26.03.2026-01.04.2026

[1] Zeichnen von Formen in JOSM, wenig bekannte Abkürzungen | © Koreller | Kartendaten © OpenStreetMap Mitwirkende.
In eigener Sache
- Letzte Woche ist uns ein Fehler in Bezug auf den vorgeschlagenen Tag unterlaufen. Der vorgeschlagene Tag
service=safarisoll in Kombination mithighway=serviceverwendet werden.
Mapping
- Zu diesem Vorschlag wird um Kommentare gebeten:
highway=service+service=safari, um spezielle Servicewege in Safari-Parks zu erfassen.
- Zur Abstimmung stehen die Vorschläge:
man_made=cable_landing_station, um Standorte von Unterseekabelanlandestationen in OpenStreetMap einheitlich zu erfassen. Das Tag soll helfen, diese wichtige Infrastruktur für internationale Datenverbindungen präziser abzubilden (Abstimmung bis zum 14.04.2026).aerodrome:classification=*, um Flugplätze nach ihrer Nutzung und Bedeutung (z. B. international, regional oder lokal) differenzierter zu klassifizieren (Abstimmung bis zum 16.04.2026).
Mappingaktionen
- Das neue UK Quarterly Project fokussiert sich auf die Erfassung und Verbesserung von Adressdaten in OpenStreetMap. Auf der Wiki-Seite finden sich dazu Ideen, Datensätze sowie hilfreiche Werkzeuge und Ressourcen.
Community
- Raquel Dezidério Souto berichtet über eine neue Kooperation zwischen IVIDES, IVIDES DATA und der Universität UNICAMP, die OpenStreetMap für das kollaborative Mapping von Katastrophenrisiken an der Nordküste von São Paulo einsetzt. Das Projekt kombiniert Schulungen, Citizen Science und partizipatives Umwelt-Mapping, um lokale Gemeinschaften aktiv einzubeziehen.
- assanges analysiert die OpenStreetMap-Telefonnummern von Taiwan. Er weist auf inkonsistente Trennzeichen, fehlende oder fehlerhafte Ländercodes hin und schlägt vor, alle Nummern in das E.123-Format zu normalisieren.
- b-unicycling beschreibt, wie sie gemeinsam mit Florian begonnen hat, sogenannte „Hogbacks“ – mittelalterliche Grabsteine aus dem 10. bis 12. Jahrhundert – mit
historic=hogbackin OpenStreetMap zu erfassen. Die seltenen Objekte kommen vor allem in Nordengland vor und sollen durch eigenes Tagging besser auffindbar und unterscheidbar werden. - [1] Koreller stellt in einem Tagebucheintrag eine Reihe weniger bekannter Funktionen und Tastenkombinationen im JOSM-Editor vor, darunter das parallele Nachzeichnen von Objekten, exakte Winkelkonstruktionen oder das Übertragen von Versionshistorien. Die Sammlung zeigt, wie sich mit Plugins und Shortcuts effizientere und präzisere Mapping-Workflows umsetzen lassen.
- Marcus Jaschen, Entwickler von bikerouter.de, spricht im Fahrradpodcast Antritt über die Entstehung und Funktionalitäten seines auf BRouter basierenden Routenplaners.
- Christian Quest berichtet über einen Proof-of-Concept, der mit Geocalib schief aufgenommene 360°-Bilder – etwa von Fahrradhelmen – automatisch nivelliert und ganze Bildsequenzen korrigieren kann. Der Bot hat bereits zehntausende Bilder verarbeitet und nutzt heuristische Regeln, um ausgehend von einzelnen Korrekturen komplette Serien zu begradigen.
- rphyrin berichtet im Tagebucheintrag über seine Gedanken zur Teilnahme am Local Chapters and Communities Congress 2026, einem virtuellen Treffen von OSM-Communitys weltweit. Die Veranstaltung findet am 28. März online statt und dient dem Austausch über den Aufbau und die Unterstützung lokaler Mapping-Communitys.
- Im Blog von imagico wird das Projekt „Musaicum“ vorgestellt, das hochauflösende Satellitendaten nutzt, um detailreiche Karten von Grönland zu erstellen. Durch die Kombination verschiedener Datenquellen entsteht ein Mosaik, das neue Einblicke in Landschaftsstrukturen und Veränderungen ermöglicht.
OpenStreetMap Foundation
- Minh Nguyễn teilt mit, dass das Operations Team die DiscussionTools-Erweiterung installiert hat. Diese Erweiterung fügt eine Reihe von kleinen Funktionen hinzu, die die Diskussionen auf den Wiki-Talk-Seiten intuitiver machen. Die Erweiterung ist sowohl für die von der OSMF verwendete Version von MediaWiki als auch für die neueste Version von MediaWiki verfügbar.
Local chapter news
- OpenStreetMap US hat einen Story-Map-Wettbewerb gestartet, der kreative Kartenprojekte mit narrativem Ansatz aus der globalen Community sucht. Teilnehmende sind eingeladen, Geschichten mithilfe von Karten zu erzählen und ihre Beiträge im Rahmen der State of the Map US zu präsentieren.
- Die Associació Catalana de l’OpenStreetMap hat ihre Bewerbung als offizielles Local Chapter der OSM Foundation eingereicht und dazu eine öffentliche Diskussion im Forum gestartet. Aufgrund geografischer Überschneidungen werden insbesondere Stellungnahmen der bestehenden Local Chapters aus Spanien, Frankreich und Italien erwartet.
Veranstaltungen
- Die Organisatoren der Grazer Linuxtage 2026 haben das Programm veröffentlicht, das Vorträge und Workshops rund um Open Source und freie Software umfasst. Die Veranstaltung findet am 10. und 11. April in Graz statt und bietet auch mehrere Beiträge mit Bezug zu OpenStreetMap und Geodaten.
- Die Universität Zaragoza organisiert
am 07.04. einen humanitären Mapathon in Zusammenarbeit mit Médecins Sans Frontières, OpenStreetMap Spanien und lokalen Mapping-Gruppen. Die Veranstaltung findet sowohl vor Ort als auch online statt und ist Teil der regelmäßigen „MappyHour“.
- Die Organisatoren haben das Programm für die State of the Map US 2026 veröffentlicht, die vom 11. bis 13. Juni in Madison, Wisconsin stattfindet. Es umfasst Vorträge und Sessions an allen drei Veranstaltungstagen.
OSM research
- Eine Studie in Scientific Reports untersucht die Integration von OpenStreetMap mit Satelliten- und Umweltdaten in einem einheitlichen Deep Learning Framework für die Stadtanalyse. OpenStreetMap dient als wichtige Geodatenebene für Aufgaben wie Landnutzungskartierung, Gebäudeextraktion und Verkehrsmodellierung.
- HeiGIT berichtet, dass sie ein kontrolliertes Experiment durchgeführt haben, um zu messen, wie Menschen KI-generierte Straßengeometrien auf atomarer Ebene verändern, indem sie sowohl unabhängiges als auch kreuzredundantes Mapping verwenden.
Karten
- Die Plattform Blitzortung stellt eine interaktive Karte bereit, die Blitzeinschläge weltweit nahezu in Echtzeit visualisiert. Die Daten stammen aus einem nichtkommerziellen, globalen Netzwerk von rund 1.800 von Freiwilligen betriebenen Messstationen und werden unter anderem auf OpenStreetMap-basierten Karten dargestellt.
- Der Climate Action Navigator und die Heal-App, die von HeiGIT verwaltet werden, helfen den Städten dabei, zu beurteilen, wie gut die städtische Umgebung das Gehen bei Hitze unterstützt, sowie andere Bewertungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und extremen Wetterbedingungen.
- Die Plattform Electricity Maps zeigt in einer interaktiven Karte den aktuellen Strommix, CO₂-Intensität und Energieflüsse für Länder wie Deutschland in nahezu Echtzeit. Nutzer können damit nachvollziehen, aus welchen Quellen Strom stammt und wie sich Emissionen sowie der Anteil erneuerbarer Energien im Tagesverlauf verändern.
OSM in Aktion
- Steven Reid hat eine interaktive 3D-Darstellung der Erde programmiert. Nutzer können globale Geodaten im Browser erkunden und zwischen verschiedenen Visualisierungen wechseln, wobei unter anderem OpenStreetMap als Datenquelle genutzt wird.
Open-Data
- Das Instituto Geográfico Nacional – IGN (Spanien) hat zwei PMTiles-Dateien für die mobile App veröffentlicht, die unter der Lizenz CC-BY 4.0 heruntergeladen und verwendet werden können.
- Quincy Morgan informiert auf LinkedIn, dass der Pinhead, eine Sammlung von SVG-Kartensymbolen, auf Wikimedia frei verfügbar ist und in Projekten verwendet werden kann, die auf Wikipedia oder Wikidata dokumentiert sind.
Programme
- Evan Applegate hat über seine Erfahrungen bei der Erstellung von Webkarten mit OpenFreeMap gepostet. Er hatte vorab an einem Kurs von PMTiles teilgenommen, der von Ben Welsh, einem Datenjournalisten und Redakteur aus New York City, geleitet wurde.
- Der von cavEpfl eingebrachte Pull Request wurde gemerged, sodass in brouter-web mit der nächsten Version 1.7.9 ein Long-Distance-Inline-Skating-Profil verfügbar sein wird. Das Profil ist besonders darauf ausgelegt, glatten Asphalt stark zu bevorzugen und unbefestigte Wege konsequent zu vermeiden, basierend auf realen Tracking-Daten aus Langstreckenfahrten.
- EoGIS, eine Web-Mapping-Plattform, die von Vatalysteau SAS betrieben wird, ist voll einsatzfähig. Yann Justeau schreibt über das Micromapping, seine Herausforderungen und Chancen und einige Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den kartografischen Aktivitäten, die von kleinen öffentlichen Verwaltungen entwickelt werden.
- Crosstalk Solutions stellt mit Project Nomad ein System u.a. für Offline-Navigation auf Basis von OpenStreetMap-Daten vor. Das Projekt kombiniert lokale Routing- und Kartenkomponenten, um unabhängig von Internetverbindung navigieren zu können, etwa für abgelegene Gebiete oder Notfallszenarien.
- François Lacombe hat auf der Veranstaltung Rencontres OpenStreetMap and territoires, die am 24. März 2026 in Brest stattfand, Gespot vorgestellt
– eine Webkarte zur Kartierung von Beleuchtungsmasten und elektrischer Infrastruktur. Diese Initiative hat eine Partnerschaft mit OSM-Fr und der Quellcode ist auf GitHub verfügbar.
- Jake Low entwickelt mit duckdb-osmium eine Erweiterung für DuckDB, um OpenStreetMap-PBF-Dateien direkt zu lesen und auszuwerten. Die Arbeit entstand im Kontext von Layercake, um die Erstellung thematischer OSM-Datenextrakte zu beschleunigen.
Programmierung
- Astrid Emde berichtet, dass der Community Sprint auf der FOSSGIS 2026 zahlreiche Beiträge zur Open-Source-Entwicklung hervorgebracht hat, darunter ein Pull Request für das Mapbender-Projekt sowie Arbeiten am QGIS-Qt6-Update. Der Sprint bot insbesondere Einsteigern Gelegenheit, Fragen zu stellen und aktiv an Projekten mitzuarbeiten.
- Das Projekt BetterBike-Turns von Ivovic zielt darauf ab, Abbiegehinweise im Fahrradrouting zu verbessern und verständlicher darzustellen. Dafür werden OSM-Daten genutzt.
Releases
- Marcus Jaschen hat Bikerouter Version 2026.7 veröffentlicht und darin das Höhenprofil vollständig neu entwickelt. Das überarbeitete Diagramm bietet zahlreiche neue Funktionen und verbessert zudem die Sichtbarkeit hervorgehobener Routenabschnitte im Analysemodus.
- Das CoMaps-Team hat die Version 2026.03.23-5 veröffentlicht, die aktualisierte OpenStreetMap-Daten sowie Verbesserungen bei Geschwindigkeitsbegrenzungen, Straßenschildern und Mehrsprachigkeit bringt. Zudem wurden die Navigation und Darstellung unter Android und iOS optimiert und neue Kartenelemente ergänzt.
- Alexis Lecanu („ravenfeld“) hat Version 1.20.1 der Baba App veröffentlicht, die vor allem Fehlerbehebungen enthält, unter anderem bei der Anzeige von Fotos und der Verarbeitung von GeoVisio-Links. Zusätzlich wurden zahlreiche Abhängigkeiten aktualisiert, darunter MapLibre, Kotlin und verschiedene Android-Komponenten.
Wusstest Du, dass …
- … die OpenStreetMap Foundation ihre Server nach Drachen benennt? Der Name ist inspiriert von der Redewendung „here be dragons„, einem mittelalterlichen Brauch, bei dem Drachen in unbekannten Gebieten auf Karten abgebildet wurden, in denen man potenzielle Gefahren vermutete.
OSM in der Presse
- CHIP berichtet über die auf OpenStreetMap basierte Ping Pong Map.
- Hasi Jain beleuchtet auf The Swaddle, wie große Technologieunternehmen zunehmend Einfluss auf digitale Karten und damit auch auf Wahrnehmung, Zugang und Teilhabe von Menschen nehmen. Er diskutiert die gesellschaftlichen Folgen dieser Abhängigkeit und stellt die Rolle offener Projekte wie OpenStreetMap als Alternative heraus.
- Der französische Podcast Projets Libres hat in seiner letzten Episode
die beiden Vertreter der französischen „Fédération des Pros d’OSM“ (FPOSM) zu Wort kommen lassen. Die Gäste, Florian Lainez (CEO von junglebus) und Marina Petkova (Miteigentümerin von dynartio), stellen die Aktionen, Werte und Mitglieder dieses Fachverbandes der OpenStreetMap-Profis sowie die Dynamik rund um OSM vor.
Weitere Themen mit Geo-Bezug
- Heise berichtet, dass Android neue Sicherheitsanforderungen für das Sideloading von Apps einführt, die auch nach einem Gerätewechsel erfüllt bleiben müssen. Dies könnte Auswirkungen auf OSM-bezogene Apps haben, die häufig außerhalb offizieller App-Stores – etwa über GitHub oder F-Droid – verteilt werden.
- Die Bibliothèque Nationale de France (BnF) hat die Ausstellung „Imaginäre Karten: Inventing Worlds“ mit mehr als 200 historischen Karten und Werken aus mythischen, literarischen, Fernseh- und Videospiel-Universen eröffnet
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. Die Ausstellung reicht von mittelalterlichen Pergamenten bis zu Karten von Mittelerde, von Thomas Mores Utopia bis zu den Reichen von Final Fantasy. Eine Einladung zu einer Reise zu den Grenzen von Realität und Fiktion, die implizit hinterfragt, wie wir unsere eigene Welt interpretieren, verstehen und gestalten. Der Katalog ist veröffentlicht
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und das Dossier de presse ist verfügbar.
- Thomas Weibel zeigt mit isoswiss eine minimalistische Webkarte, die die Schweiz ausschließlich über Höhenlinien darstellt und so die Topografie in abstrahierter Form erlebbar macht. Das Projekt reiht sich in weitere experimentelle Kartenanwendungen des Autors ein, die geografische Daten spielerisch und reduziert visualisieren.
- Mehrere Medien berichten über die US-Stadt North Oaks (Minnesota), die seit 2008 nicht mehr in Google Street View erscheint, nachdem die Stadt Google wegen unerlaubter Aufnahmen auf privaten Straßen drohte zu verklagen. Der Sonderfall beruht darauf, dass sämtliche Straßen Privatbesitz sind. Ein Filmemacher versuchte jüngst, die Stadt per Drohne zu kartieren, was eine Debatte über Datenschutz und Kartierungsfreiheit auslöste.
- Big Think beleuchtet die sogenannten Sternforts, die ab dem 15. Jahrhundert als Reaktion auf Kanonenfeuer entwickelt wurden. Mit ihren bastionsartigen, geometrischen Formen sollten sie „tote Winkel“ vermeiden. Diese Bauweise dominierte über Jahrhunderte die Militärarchitektur Europas und ist heute oft noch im Stadtbild erkennbar, obwohl die Anlagen durch neue Waffentechnologien später obsolet wurden.
- NASA zeigt in einem Artikel wie der SWOT-Satellit aus Messungen der Meeresoberfläche detaillierte Karten des Ozeanbodens ableitet. Kleine Höhenunterschiede der Wasseroberfläche, verursacht durch Gravitationsunterschiede über Unterwasserbergen und -tälern, ermöglichen es, bislang kaum bekannte Strukturen wie Seeberge und abyssale Hügel sichtbar zu machen.
- Die Los Angeles Times berichtet, dass ein Einwohner von El Segundo verhaftet wurde, nachdem er an einer Kreuzung in der Nachbarschaft nicht genehmigte Stoppschilder aufgestellt hatte. Er unternahm diesen Schritt, nachdem er monatelang erfolglos versucht hatte, die Stadtverwaltung dazu zu bringen, sich um Sicherheitsbelange zu kümmern. Er behauptet, die Kreuzung sei für Kinder gefährlich geworden und er habe mehrere Beinahezusammenstöße mit ihnen beobachtet. Diese Situation wirft Fragen bezüglich des OpenStreetMap-Prinzips „kartieren, was vor Ort ist“ auf, da Schilder, die sich physisch vor Ort befinden, nicht immer offiziell genehmigt sind.
- Quarticle beschreibt den Wandel von klassischen GIS-Systemen hin zu modernen Echtzeit-Routing-Plattformen. Der Artikel zeigt, wie aktuelle Architekturen dynamische Daten, APIs und skalierbare Infrastruktur kombinieren, um Anwendungen wie Navigation oder Logistik effizient zu unterstützen.
- Yandex erläutert
, wie durch neue Speicher- und Indexierungsverfahren für Kartentiles bis zu 80.000 Requests pro Sekunde von einem einzelnen Server verarbeitet werden können. Der Ansatz setzt auf vereinfachte Infrastruktur ohne klassisches Backend-Rendering und nutzt objektbasierte Speicher wie S3 zur skalierbaren Auslieferung großer Kartenvarianten.
Wochenvorschau
Hinweis:
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Diese Wochennotiz wurde erstellt von MatthiasMatthias, Raquel IVIDES DATA, Strubbl, Andrew Davidson, derFred, mcliquid.
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